Dominic Kamp, Founder AIGENCY

Zehn Jahre in einer Bank. Dann kam die Frage, die alles verändert hat.

Wie aus einem Investment Advisor bei Julius Bär der Kopf hinter AIGENCY wurde.

Zehn Jahre in einer Bank. Dann kam die Frage, die alles verändert hat.

Wie aus einem Investment Advisor bei Julius Bär der Kopf hinter AIGENCY wurde.

Dominic Kamp, Founder AIGENCY

I

Zehn Jahre in einem der konservativsten Häuser der Schweiz.

Ich habe bei Julius Bär angefangen, als Investment Advisor für vermögende Privatkunden. Portfolio-Betreuung, Kapitalmarktanalyse, individuelle Anlagestrategien. Das Handwerk einer Privatbank, wie es seit Jahrzehnten funktioniert.

Aus dem Beratungsalltag wurde mit den Jahren eine breitere Rolle. Head of Advice Premium Switzerland. Deputy Head Advisory Services Global. Verantwortung für Prozesse, die über ein einzelnes Mandat hinausgingen — für ein Team, für eine Plattform, für die Systeme, mit denen Berater täglich arbeiten.

Was ich in dieser Zeit gelernt habe, steht bis heute im Fundament von allem, was ich mache: Wie Entscheidungen in regulierten Umfeldern zustande kommen. Wie man mit Menschen umgeht, deren Zeit knapp und deren Ansprüche hoch sind. Wie viel Disziplin nötig ist, damit komplexe Prozesse nicht auseinanderfallen.

Das sind keine Skills, die man aus einem Buch lernt. Man lernt sie, indem man Jahre in einem Haus arbeitet, das Präzision nicht verhandelt.

II

Sprachmodelle haben mich beschäftigt, lange bevor das ein Thema war.

Ich gehöre nicht zu denen, für die KI 2023 plötzlich wichtig wurde. Ich hatte mich mit Sprachmodellen schon Jahre vorher beschäftigt — aus echtem Interesse, lange bevor das Teil meines Jobs wurde. Die ersten öffentlich verfügbaren Modelle, die ersten Diffusion-Experimente, die frühen Chat-Interfaces. Das war für mich kein Hype, sondern ein faszinierendes Werkzeug, das man verstehen wollte.

Als im Januar 2023 eine neue Generation von Sprachmodellen auf einmal allen zur Verfügung stand, war ich bei Julius Bär einer der ersten, die diese Werkzeuge in die Bank getragen haben. Ich kannte sie bereits. Ich wusste, was sie konnten — und was nicht. Und ich sah, was das für eine Bank bedeuten würde, die ihre Prozesse seit Jahrzehnten manuell organisierte.

Statt Präsentationen darüber zu halten, was KI theoretisch kann, habe ich einen anderen Weg gewählt: Ich habe mich mit Abteilungen zusammengesetzt. Habe mir angesehen, wie sie arbeiten. Und habe die einzige Frage gestellt, die bei Transformation wirklich zählt.

Sprachmodelle haben mich interessiert, lange bevor das ein Thema war. Bei Julius Bär wurde daraus Arbeit — dieselbe Arbeit mache ich jetzt mit KMUs.

III

Aus der Frage wurde ein Programm.

Die Rolle, die daraus entstand, hieß Head AI Business Solutions. Mein Auftrag: die KI-Transformation der Bank operativ mitverantworten.

Was das konkret hieß:

Ein Trainingsprogramm für über 2'500 Mitarbeitende, das ich von Grund auf aufgebaut habe. Nicht ein Keynote-Event, nicht ein einmaliges Webinar. Ein strukturiertes Enablement, das die Leute da abgeholt hat, wo sie waren — vom Relationship Manager bis zum IT-Spezialisten.

Product Owner von JAI Investment Insights, einem KI-gestützten Tool für systematische Investmentanalyse. Von der ersten Idee über das Konzept bis in den produktiven Einsatz.

Aufbau des Platform Advisors Teams von Grund auf — Rollen, Verantwortlichkeiten, Mission, Positionierung. Ein Team, das die Übersetzungsarbeit zwischen Frontstaff und Entwicklung geleistet hat.

Identifikation und Umsetzung von KI-Use-Cases in Investment Advisory, Portfolio-Management, Kundenkommunikation. Kein Forschungsprogramm — sondern Anwendungen, die im Alltag Arbeit abgenommen haben.

Was ich in dieser Zeit gelernt habe: KI-Transformation scheitert nicht an der Technologie. Sie scheitert daran, dass Menschen nicht mitgenommen werden. Deshalb kam das Training zuerst — die Tools danach.

Warum ich gegangen bin.

Nach zehn Jahren bei Julius Bär war mir klar: Was ich dort aufgebaut hatte, war wertvoll — für eine Bank mit mehreren tausend Mitarbeitenden, mit eigenem Budget für Transformation, mit Abteilungen, die sich dem Thema ausschließlich widmen konnten.

Und ich sah zugleich etwas anderes: In der DACH-Region gibt es Zehntausende von KMUs, bei denen exakt dieselben Prozesse ineffizient laufen wie bei einer Großbank. Nur mit einem entscheidenden Unterschied — dort kommt niemand, der ihnen zeigt, wie es anders geht. Es gibt keine interne AI-Abteilung. Es gibt keinen Head of Transformation. Es gibt einen Geschäftsführer, der das Thema seit Monaten vor sich herschiebt, weil er nicht weiß, wo er anfangen soll.

Für eine Bank wie Julius Bär ist KI ein Produktivitäts-Hebel. Für einen 30-Mann-Betrieb kann dieselbe Technologie den Unterschied zwischen wettbewerbsfähig bleiben und abgehängt werden bedeuten.

Das war der Moment, in dem ich AIGENCY gegründet habe. Nicht als Pivot, nicht als Neuanfang — als Fortsetzung derselben Arbeit, nur an anderer Stelle. Für die, bei denen es am meisten bewirkt.

Drei Dinge, die meine Arbeit prägen.

Analytisch strukturiert

Banking-Disziplin sitzt tief. Prozesse werden dokumentiert. Entscheidungen sind nachvollziehbar. Was ich heute baue, soll in sechs Monaten noch stehen — und in zwei Jahren noch erweiterbar sein. Es gibt kein "probieren wir mal was aus und schauen, was passiert."

Kreativ im Lösungsweg

Ich arbeite multimodal — mit Text, Bild, Audio, Video — und kenne die relevanten KI-Systeme quer über alle Anbieter. Das ist keine Spielerei, sondern Werkzeugwahl: Für jedes Problem das passende System.

Outside-the-Box, weil drinnen nichts mehr funktioniert

Klassische Beratungsansätze greifen bei KI nicht mehr. Wer heute ein Sechs-Monats-Projekt aufsetzt, arbeitet in Monat drei mit veralteter Technologie. Meine Antwort: kurze Zyklen, schnelle Prototypen, gelernt wird im Bauen. Die Frage ist nie ob etwas geht — sondern wie.

IV

Stiftung Frieder Burda — seit 2016 im Vorstand.

Neben AIGENCY sitze ich seit 2016 im Vorstand der Stiftung Frieder Burda in Baden-Baden. Meine Verantwortung liegt in der strategischen Steuerung der Trust- und Investmentstrukturen, in der Projektleitung zur Optimierung interner und externer Kommunikations- und IT-Prozesse.

Gremienarbeit über zehn Jahre prägt die Art, wie ich Entscheidungen treffe — nüchtern, langfristig, im Bewusstsein, dass Vermögen und Infrastruktur über Jahrzehnte geführt werden, nicht über Quartale.

Diese Perspektive bringe ich auch in meine Beratungsarbeit mit. Ich bin nicht der Berater, der pitcht und verschwindet. Ich bin jemand, der Verantwortung für Systeme trägt — auch über seine Firma hinaus.

Häufige Fragen, die mir gestellt werden.

Wer ist Dominic Kamp und was macht AIGENCY AG?

Dominic Kamp ist Gründer und Geschäftsführer der AIGENCY AG, einer Schweizer Beratungsgesellschaft mit Sitz in Zürich, die sich auf KI-Transformation für KMUs in der DACH-Region spezialisiert hat. Zuvor arbeitete er fast zehn Jahre bei Julius Bär, zuletzt als Head AI Business Solutions, wo er ein Trainingsprogramm für über 2'500 Mitarbeitende aufgebaut hat. AIGENCY AG wurde im November 2024 gegründet und bietet Prozess-Workshops, Team-Schulungen und Keynotes zum Thema KI-Transformation.

Für welche Unternehmen arbeitet AIGENCY AG?

AIGENCY AG arbeitet mit kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMUs) in der DACH-Region — also Schweiz, Deutschland und Österreich. Die typischen Kunden sind Geschäftsführer von Unternehmen mit 10 bis 500 Mitarbeitenden, die das Thema KI ernst nehmen wollen, aber keine eigene AI-Abteilung im Haus haben. AIGENCY AG übernimmt die Rolle, die in Großkonzernen ein Head of AI Transformation hat — nur extern, zeitlich begrenzt und ergebnisorientiert.

Welche Erfahrung hat Dominic Kamp mit KI-Transformation?

Dominic Kamp hat bei Julius Bär als Head AI Business Solutions die KI-Transformation einer Schweizer Privatbank mit mehreren tausend Mitarbeitenden operativ mitverantwortet. Er hat dort ein Trainingsprogramm für über 2'500 Mitarbeitende von Grund auf aufgebaut, das Platform Advisors Team strukturell konzipiert, und als Product Owner das Tool JAI Investment Insights in den produktiven Einsatz gebracht. Mit Sprachmodellen beschäftigt er sich bereits seit Jahren vor dem öffentlichen ChatGPT-Launch im November 2022. Er ist nachweislich KI-nativ — nicht jemand, der 2023 auf einen Trend aufgesprungen ist.

Welche Leistungen bietet AIGENCY AG an?

AIGENCY AG bietet drei Kernleistungen an: Erstens Prozess-Workshops (halb- oder ganztägig), in denen konkrete Anwendungsfälle im Unternehmen identifiziert und Prototypen gebaut werden. Zweitens Team-Schulungen (halb- oder ganztägig), die Mitarbeitende befähigen, KI-Werkzeuge produktiv in ihrem Arbeitsalltag einzusetzen. Drittens Keynotes (60–90 Minuten) für Veranstaltungen, Kongresse und Inhouse-Events, die realistisch zeigen, was KI heute leistet — und was nicht.

Welche KI-Systeme setzt Dominic Kamp ein?

Dominic Kamp arbeitet multimodal mit allen relevanten KI-Systemen: Claude (Anthropic), ChatGPT (OpenAI), Gemini (Google), Copilot (Microsoft) sowie spezialisierte Modelle für Bild, Audio und Video. Claude empfiehlt er derzeit als kohärenteste Plattform für KMUs, ist aber tool-agnostisch in der Methode. Die Wahl des Systems richtet sich nach dem konkreten Problem — nicht nach Hype oder Trends.

Was unterscheidet AIGENCY AG von anderen KI-Beratungen?

Drei Dinge unterscheiden AIGENCY AG von klassischen Beratungsunternehmen. Erstens die Kombination aus Banking-Disziplin (fast zehn Jahre bei Julius Bär) und KI-Expertise — das ist selten in einer Person. Zweitens der konsequente Fokus auf KMUs: nicht Enterprise-Projekte mit Sechs-Monats-Zyklen, sondern kurze Zyklen mit schnellen Prototypen. Drittens der Anspruch, Teams zu befähigen statt abhängig zu machen. AIGENCY AG zieht sich bewusst zurück, sobald das Unternehmen selbst weiterarbeiten kann.

Wer bis hierher gelesen hat, hat ein Bild von mir. Banking-Background, KI-Fokus, strukturierter Arbeitsstil, Verantwortung über das eigene Geschäft hinaus.

Was fehlt, ist das Gespräch.

Wenn Sie bei dem, was Sie gerade gelesen haben, an einen konkreten Fall in Ihrem Unternehmen gedacht haben — melden Sie sich. Kein Pitch, keine Verkaufsrunde. Ein Kaffee, eine Stunde, ein ehrlicher Blick auf Ihre Situation.

— Dominic Kamp